Zurzeit müssen sich vor dem Landgericht Braunschweig drei türkische Männer verantworten. Ihnen wird der Handel mit Heroin in der Größenordnung von 80 Kilogramm zu Lasten gelegt.
Überführt wurden die Täter durch einen verdeckten Ermittler der Polizei. Dieser trat im Mai 2007 mit den Händlern zum ersten mal in Kontakt und wickelte einen “Probekauf” von 500 Gramm Heroin, im Wert von 12 000 Euro, ab. Er signalisierte Interesse an weiteren großen Heroin-Lieferungen und im Laufe der Fahndung wurden noch weitere Geschäfte, die bis ins Ruhrgebiet, den Niederlanden, Istanbul und sogar den Iran reichten, aufgedeckt.
Doch der Paukenschlag kam gleich zum Auftakt der Verhandlung, denn Justitia hatte anscheinend mal wieder ihre Augenbinde auf dem Nachtschrank vergessen. Nachdem die Anklage verlesen worden war und die drei Beschuldigten Angaben zu ihrer Person gemacht hatten, einigten sich die drei Anwälte der Männer, Staatsanwalt Christian Kniffka und das Schöffengericht um den Vorsitzenden Richter Wilfried Knieriem hinter den Kulissen auf milde Strafen, sofern die Angeklagten die Taten zugeben.
So werden die drei türkischen Männer, für den Großhandel mit Herion, wohl mit zwei Gefängnisstrafen in Höhe von 4,5 und 3 Jahren, sowie einer Bewährungsstrafe von 2 Jahren rechnen müssen… Für Menschen die über Jahre hinweg mit Herion in Mengen von bis zu 80 Kilogramm gehandelt haben, wird also ein Strafmaß angewandt, welches schon zum Teil nationale Aktivisten, für ihre Kritik an diesem System, zu spüren bekamen!
Letztlich wird sich dieser Prozess wohl leider in eine Vielzahl von Verhandlungen einreihen, wo Richter und Staatsanwälte mal den nachsichtigen und demokratischen Gutmenschen mimen, um dann beim nächsten Prozess wieder als unnachgiebiger “Nazijäger” Abschreckungsurteile zu sprechen…
Quelle/Autor
[team.infoportal-wf/sz]
Braunschweig, eine wunderschöne Löwenstadt mit vielen Schattenseiten. Eine davon, dass florierende Drogengeschäft und der damit verbundene Konsum. Nach Einschätzungen sind allein in Braunschweig etwa 1000 Menschen stark abhängig von harten Betäubungsmitteln - die Zahl aller Konsumenten ist weitaus größer.





